Bild: By Leemclaughlin (Lee McLaughlin) [CC BY 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0)], via Wikimedia Commons

 

Auf den Einwand, dass homöopathische Mittel keine Wirksubstanz enthalten, reagieren Homöopathen ungerührt. Sie verweisen auf deren Wirkung: „Wer heilt, hat recht.“ Als Beleg führen sie eine Fülle von Einzelfallschilderungen an.

Doch damit lässt sich die Wirkung eines Arzneimittels nicht beweisen. „Behandelt“ man Patienten mit einem Placebo (Scheinmedikament) und erzählt ihnen, das sei ein Medikament mit Nebenwirkungen wie Schwindel, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen und Haarausfall, so klagen nicht wenige Patienten anschließend über genau diese Nebenwirkungen. Die eigene Erwartungshaltung beeinflusst das Empfinden stark.

Um diesen Effekt auszuschalten, braucht man zur Prüfung der Wirksamkeit eines Arzneimittels zwei Patientengruppen, von denen die Verumgruppe das zu testende Medikament erhält und die Kontrollgruppe ein Placebo. Wichtig ist, dass die Patientengruppen ausreichend groß sind und dass die Patienten zufällig auf die beiden Gruppen verteilt werden, um statistische Verzerrungen zu vermeiden. Dieses Verfahren bezeichnet man als Randomisierung.

Doch selbst die Erwartungshaltung des Arztes oder der Ärztin spielt eine große Rolle. Um auch diesen Effekt auszuschalten, werden Arzneimittel so getestet, dass weder die Ärzte noch die Patienten wissen, ob ein Medikament oder ein Placebo verabreicht wird. Man spricht von der Doppelblindstudie oder der Doppelblindprobe. Unterschiede zwischen den Erfahrungen der Verumgruppe und der Kontrollgruppe sind dann – wissenschaftlich eindeutig – auf das Medikament zurückzuführen.

Homöopathische Mittel erweisen sich im Doppelblindversuch stets als unwirksam. Ihre in den Einzelfallschilderungen berichtete Wirkung beruht also lediglich auf dem Placeboeffekt.