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Die Geschichte der Homöopathie begann im Jahre 1790 mit dem Chinarindenversuch: Der aus Meißen stammende Arzt Samuel Hahnemann übersetzte ein englisches Medizinbuch. Darin stieß er auf die Behauptung, dass die Chinarinde – deren fiebersenkende Wirkung bei der Malariabehandlung bereits bekannt war – magenstärkend sei. Hahnemann war skeptisch und unternahm einen Selbstversuch, bei dem er fieberähnliche Symptome an sich feststellte. Aus dieser Beobachtung entwickelte er das Ähnlichkeits- oder Simileprinzip: Ein Mittel soll einen Kranken dann heilen können, wenn es bei einem gesunden Menschen ähnliche Symptome wie die Krankheit verursacht. Aus dem griechischen Wort für „ähnlich“ leitet sich auch der Name „Homöopathie“ ab.

Vergleicht man den Chinarindenversuch mit der Entdeckung des Penicillins, wird der Unterschied zur Naturwissenschaftlichen Erkenntnisgewinnung deutlich:

 Vergleich Homöopathie Naturwissenschaftliche Erkenntnisgewinnung
Betrachtetes Beispiel  Chinarindenversuch (1790)  Entdeckung des Penicillins (1928)
Zufallsbeobachtung als Ausgangspunkt   ja  ja
Reproduzierbarkeit – Wiederholbarkeit der Beobachtung  nein  ja
Objektivität – Versuchsergebnis unabhängig von der Person nein  ja
Ableitung einer allgemeinen Aussage erst nach einer Fülle von Einzelversuchen mit gleichem Ergebnis nein ja

Der Chinarindenversuch konnte seit 1790 von anderen Wissenschaftlern nicht bestätigt werden, aus heutiger Sicht handelte es sich vermutlich um eine allergische Reaktion Hahnemanns. Dass die Untersuchung nicht reproduzierbar, d.h. wiederholbar ist und auch nicht objektiv, also nicht unabhängig von der Person des Beobachters ist, widerspricht wissenschaftlichen Prinzipien und macht das daraus abgeleitete Ähnlichkeitsprinzip zu einer reinen Fehlinterpretation.

 

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