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Nachdem Hahnemann das Ähnlichkeits-Prinzip postuliert hatte, probierte er weitere Arzneimittel auf ihre Wirkung. Die medizinischen Mittel seiner Zeit waren drastisch: Aderlass, Abführ- und Brechmittel, Quecksilber- und Bleiverbindungen oder Arsen sollten eine heilende Wirkung haben. Hahnemann ging schon bald dazu über, mit verdünnten Mitteln zu arbeiten. Dabei glaubte er zu erkennen, dass die heilende Wirkung einer Substanz mit größerer Verdünnung immer mehr zunimmt.

Nach seiner Vorschrift werden homöopathische Mittel auch heute noch hergestellt. Nach jedem Verdünnungsschritt wird die Substanz zehn Mal Richtung Erdmittelpunkt geschüttelt. Dieses Verfahren nennt sich Potenzierung. Das ist ein höchst irritierender Begriff, denn die Niedrigpotenzen enthalten mehr Wirkstoff als die extrem verdünnten Hochpotenzen. Genauer gesagt, enthalten die Hochpotenzen überhaupt keine Wirkstoffmoleküle mehr…

Beispiel: Arnica C30

Ein Gramm der Arzneipflanze Arnica wird im Verhältnis 1:100 verdünnt, davon wiederum ein Gramm im Verhältnis 1:100 verdünnt usw.

Nach 30 Verdünnungsschritten ist die C30-Potenz entstanden.

 Potenz Verdünnung Menge des Ausgangsstoffs in 100g der Verdünnung
C0  Ausgangsstoff 1g
C1  1:100 0,01g
C2  1:100 0,0001g
C3  1:100 0,000001g
C4  1:100 0,00000001g
C5  1:100 0,0000000001g
 usw.  usw. usw.
C12  1:100 0,000000000000000000000001g
C13  1:100 0,00000000000000000000000001g
usw.  usw. usw.
C30  1:100 0,000000000000000000000000000000000000000000000000000000000001g
zum Vergleich 1 Wasserstoffatom 0,00000000000000000000000166g

Der Vergleich mit der Masse des leichtesten Atoms zeigt, dass statistisch schon ab einer Potenz von C12 kein einziges Molekül der Arzneipflanze mehr vorhanden ist.

Dementsprechend zeigen chemische Analysen bei homöopathischen Globuli auch nur den Zucker an. Eine Qualitätskontrolle, wie sie bei Arzneimitteln vorgeschrieben ist, kann daher bei homöopathischen Mitteln nicht durchgeführt werden. Käme ein Hersteller auf die Idee, von vornherein nur Zuckerkügelchen abzufüllen und die Fläschchen anschließend nur unterschiedlich zu etikettieren, so könnte man dies am Produkt nicht erkennen.